Kind

Letzte Woche erzählte mir meine Freudin, dass ihr kleiner süßer Sohn, der gerade erst letztes Jahr in die Schule gekommen ist, im Matheunterricht auf Zeit Rechnen muss!?! Ich war total geschockt. Aber ja, ich hatte richtig gehört. Mit gestoppter Zeit werden die Kinder aufgefordert, die Aufgaben so schnell wie möglich zu rechnen. Bewertet wird das alles mit fröhlichen und traurigen Smileys. Ihr Sohn mag kein Rechnen und ist meist total frustriert, weil er nie alle Aufgaben richtig hat, geschweige denn schafft. Und meine Freundin hat den Eindruck, dass sich etwas in ihm verändert, ihm etwas verloren geht…

Schulen als Orte des freudigen Erkundens

Warum sind einige Schulen immer noch Orte, in denen man alles schnell und vor allem immer richtig machen muss und Fehler automatisch etwas Schlechtes sind? In denen Konkurrenz, Perfektionismus, Macht und Leistungsdruck gelehrt werden?

Warum sind es keine Orte, wo Freude und Neugier die Richtung bestimmen? Wo einfach nur zählt, was das Kind toll kann, wo seine Stärken liegen und wo es gefördert wird, in dem, was es liebt.

Der Sohn meiner Freudin liebt zwar kein Mathe, liest dafür aber unheimlich gerne. Kein Mensch mag alles und kann alles gut. Jeder ist in dem einen Bereich besser als in dem anderen. Und das ist auch gut so. Und seien wir mal ehrlich, wenn wir als Kinder schon Rechnen nicht lieben, dann werden wir es wahrscheinlich auch später nicht und wohl kaum ein Finanzmensch werden. Punkt. Warum also die kostbare Zeit mit dem verbringen, was keine Freude bringt?

Wie du deinem Kind kostbare Werte vermitteln kannst

Spiel das Spiel, in dem es darum geht mit Freude und Unterstützung der anderen gemeinsam ans Ziel zu kommen, wo jeder am Ende ein Lächeln im Gesicht hat.

Sei ein Vorbild für dein Kind und zeige und lebe, dass du das förderst, was dein Kind toll kann und liebt. Lass dich von der Liebe und Freude deines Kindes leiten und lass dir zeigen, wo sein Herz am meisten auf und ab hüpft.
Ich weiß, dass das manchmal nicht leicht ist, weil wir selbst so gefangen sind in diesen Strukturen und Glaubensätzen, dass dies und jenes MUSS.

Und manchmal fühlst du dich vielleicht hilflos und passt dich deshalb an. Aber ich glaube und habe selbst erfahren, dass Schweigen und Aufgeben keine Lösung ist.

Kinder sind ein Geschenk, lasst uns sie auch so behandeln!

Lesetipp: Die wahrhaftige Mutter – oder wie du dir alte Muser bewusst machen kannst

Kleine Erinnerungen der Kinder an uns Erwachsene, angelehnt an die wunderbare Pädagogik von Maria Montessori:

1. Zwinge mich nicht. Das lehrt mich nur, dass Macht zählt. Ich reagiere besser auf Anweisung.
2. Befasse dich nicht zu sehr mit meinen Gewohnheiten, das veranlasst mich nämlich, sie zu behalten.
3. Sage mir nicht, dass meine Fehler Sünden sind. Ich muss lernen, dass ich mir Fehler erlauben kann, ohne deshalb zu glauben, dass ich schlecht bin.
4. Vergiss nicht, dass ich gerne etwas ausprobiere. Ich lerne dadurch.
5. Entziehe dich nicht, wenn ich wirklich etwas wissen will. Sonst wirst du merken, dass ich aufhöre zu fragen und mir meine Antworten woanders hole.
6. Deute nie an, dass du perfekt oder unfehlbar bist. Du wirst ein ZU großartiges Vorbild für mich.
7. Vergiss nicht, dass ich mich ohne viel Ermutigung und Verständnis nicht entwickeln kann. Behandle mich, wie du deine Freunde behandelst, dann werde ich auch dein Freund sein. Denke daran, dass ich mehr von einem Vorbild als von einem Kritiker lerne.

(Quelle: Harald Ludwig)

Wie du Elternabende nutzen kannst, um dich für dein Kind einzusetzen

Habe Vertrauen, dass dein Kind seinen Weg geht, auch wenn es nicht in allen Bereichen des Lebens super ist.
Manchmal sind Kinder hilflos und dann müssen es die Erwachsenen sein, die für sie aufstehen, um ihre Rechte einzufordern, weil sie sonst nicht gehört werden.
Dafür gibt es Elternabende und Gespräche und wenn du mit Freundlichkeit und auf Augenhöhe und nicht mit Beschuldigungen und einer „Ich weiß es besser“-Einstellung dein Anliegen anbringst, dann wirst du auf offene Ohren stoßen.
Und wenn nicht, dann lies auf einem Elternabend die Erinnerungen der Montessori- Pädagogik vor und redet offen darüber.
Oder rechnet alle gemeinsam mit gestoppter Zeit Matheaufgaben, um zu schauen, ob sich das gut oder nicht gut anfühlt und wie man vielleicht einen Kompromiss aus den Anforderungen des Schulssystems und den Bedürfnissen des Kindes schaffen kann.
Es gibt tausend Möglichkeiten, aber nimm nicht alles stillschweigend hin.
Und ich glaube zutiefst an die Worte von Mahatma Ghandi, dessen Leben mich immer wieder aufs Neue inspiriert und bewegt:

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.

Also lasst uns alle gemeinsam, Kinder UND Erwachsene, das Spiel der Freude und der Liebe spielen.

Auf die Plätze, fertig und los…

♥Ich schick dir all mein Vertrauen und liebevolle Kraft dafür

Deine Sandy

Bildquelle: Flickr/Joe Hayhurst

von Sandy Häßlich
Sandy hat nach einem einschneidenden Erlebnis vor 2 Jahren Yoga wieder für sich gefunden und ist seitdem verzaubert. Durch ihre tägliche spirituelle Praxis und ihr Vertrauen in Gott, spürt sie die unendliche Liebe, die uns alle umgibt. In ihrem Herzprojekt "Jioleela" will sie dich einladen mit der eigenen Seele im göttlichen Spiel zu leben, zu tanzen und zu singen.

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