hochsensibel

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es wichtig ist als hochsensibler Mensch auf einige Dinge zu achten, wenn man regelmäßig Yoga praktiziert. Mach dir bewusst du bist schon super feinfühlig und übst dich dann jeden Tag darin noch feinfühliger zu werden. Das kann unter Umständen dazu führen, dass du das Gefühl hast abzuheben. Sogenannte Siddhis – übernatürliche Fähigkeiten- stellen sich bei hochsensiblen Menschen viel schneller ein, doch nicht immer können diese auch sinnvoll integriert werden. Im Gegenteil oftmals entsteht der Eindruck wie ein Wesen von einem anderen Stern über dem Boden zu schweben und von jedem etwas heftigeren Reiz völlig aus der Bahn geworfen zu werden. Das will ja wirklich keiner! Tief verwurzelt mit der Erde und voll in deiner Kraft zu sein ist doch eher was du dir wünschst, oder ?

Achte bei deiner regelmäßigigen Yogapraxis auf die folgenen drei Punkte

 

1.Weniger ist mehr

Die Asanas haben auf dich als hochsensiblen Menschen eine besonders starke Wirkung. Übe deswegen tendenziell langsam. Praktiziere lieber weniger verschiedene Asanas und halte diese dafür länger oder wiederhole sie immer wieder in einer Unendlichkeitsschleife. So kannst du wirklich in eine bewegte Meditation eintauchen ohne dich zu überfordern.

Bei anspruchsvolleren Asanas spüre genau deine Grenzen und gönne dir lieber etwas zu früh ein Pause als zu spät. Die größte Herausforderung für dich ist es genau diesen schmalen Grad zu erspüren zwischen innerer Schweinehund will sich nicht anstrengen und das Ego geht über die Grenzen in einem Maße, dass dir nicht gut tut. Am allerwichtigsten ist, dass du dein Wohlgefühl immer im Fokus hast. Tune dich so richtig ein in diesem Genussmodus, der durch die Verbindung von Atmung und Bewegung entsteht. Das es dabei auch mal ein bisschen ziehen darf ist ja klar. Aber sobald deine Gelenke schmerzen, verändere die Übung, nutze Hilfsmittel oder pausiere in der Kindhaltung.

2.Erde dich

Bei hochsensiblen Menschen passiert es viel schneller, dass die Kundalini Energie nach oben steigt. So erfreulich dieses Ereignis als Zeichen einer Transformation auch sein mag, es kann auch zu körperlichen und psychischen Schwierigkeiten führen.

Aus dem Grund halte ich es für wichtig vor allem solche Asanas zu üben, die dich mit der Erde verbinden. Einige Asanas die sich dafür besonders eignen :

  • Kindhaltung
  • alle Helden Variationen
  • Baumhaltung
  • Dreieck

Pobier es mal aus. Ich bin mir sicher du wirst dich danach gestärkt fühlen

Einige Asanas bei denen du besser aufpasst :

  • Schulterstand
  • Kopfstand
  • Pflug
  • Handstand

Mit aufpassen meine ich, dass du sie sehr sehr achtsam übst und vielleicht auch nicht unbedingt jeden Tag. Vertraue hier auf die Signale, die dein Körper dir gibt und achte nach jeder Praxis darauf wie du dich fühlst.

Vielleicht magst du sogar ein Yogatagebuch führen ? So kannst du genau herausfinden welche Übungsabfolgen dir gut tun und welche nicht.

Auch eine tolle Idee ist es mal eine Woche lang immer nur ein Asana am Tag zu üben und genau zu erspüren welche Wirkung es auf dich hat. In jedem Fall ist Yoga eine Forschungsreise und kein Fitnessprogramm, dass du immer in gleicher Weise abspulen kannst.

3.Etabliere eine Home Praxis

Ich glaube nicht, dass es nur bestimmte Yogastile gibt, die für hochsensible Menschen geeignet sind. Egal welchen Stil du praktizierst, wichtig ist, dass du deine Grenzen achtest. Gönne dir Pausen und möglichst eine schöne lange Endentspannung, damit die Wirkung der Yogapraxis bis in alle Ebenen deines Seins durchsickern kann. An manchen Tagen könnte deine Praxis auch nur aus Savasana bestehen. Das klingt verlockend, oder ?

Jeder Tag ist anders und so auch dein Körper und deine Gefühle. Manchmal gelingt es mir am Besten zu erspüren was mein eigenes System gerade braucht, wenn ich zu Hause übe. Es gibt so viele wundervolle Yogastudios in Berlin und du wirst mich selten in einem antreffen. Ich liebe es einfach zu Hause alleine für mich zu üben.

Das ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn du schon eine gewisse Sicherheit hast. Als Anfänger empfehle ich dir auf jeden Fall einen Kurs bei einem Yogalehrer deines Vertrauens. Aber dann probiere es doch mal aus. Mach es dir so richtig gemütlich: Handy aus, Kerzen an und los geht’s. Ich wette du wirst es nach einiger Zeit nicht mehr missen wollen. Es ist einfach eine ganz andere und noch viel intimere Art mit dir selbst in Kontakt zu treten. Hinzu kommt das du in einem Yogastudio wieder zusätzlichen Reizen ausgesetzt bist. Die Energien, Gerüche und Geräusche der anderen Yogis und oftmals auch noch laute Musik. Das kann sehr ablenkend sein, wenn du ohnehin schon auf deiner Arbeit und in der Stadt vielen Reizen ausgesetzt warst und nur noch zur Ruhe kommen willst.

Natürlich würde ich auf dieses Erlebnis der Gemeinschaft und des Austauschs auch nicht verzichten wollen, finde es für mich jedoch viel angenehmer am Wochenende in aller Ruhe ein mehrstündiges Retreat zu buchen, auf das ich mich wirlich einlassen kann.

Aber auch hier gilt finde heraus was dir gut tut.

Bist du auch hochsensibel und praktizierst regelmäßig Yoga ? Hast du einen Tipp oder eine wertvolle Erkenntnis? Teile sie hier unten in den Kommentaren.

alles Liebe

Deine

Milena

 

Bildquelle:  Alessandro Fuoco

von Milena Klingel
Als Gründerin von Boost your Om ist es Milena ein Herzensanliegen alle ihre Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit als Ergotherapeutin und Yogalehrerin jetzt mit noch mehr Menschen teilen zu können. Kreativ, wild und frei lädt sie immer wieder dazu ein der inneren Stimme zu vertrauen und im Alltag ein Leben voller Selbstliebe und Magie zu verwirklichen.

    11 Kommentare

  1. Evi 18. Mai 2016 at 15:48 Antworten

    Hey Milena,
    danke für deinen Artikel. Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema!
    Für mich persönlich ist die Praxis zu Hause „im geschützten Raum“ unglaublich wichtig. Und seit einiger Zeit praktiziere ich vermehrt Yin Yoga. Das erdet mich super und durch das lange Halten kommt mein Nervensystem gut zur Ruhe. Hast du damit Erfahrungen?

    • Milena Klingel 20. Mai 2016 at 21:24 Antworten

      Liebe Evi,
      jaaaa ich liebe Yin !!! Es gibt Zeiten da praktiziere ich auschließlich Yin Yoga. Und es ist genau wie du es sagst, das Nervensystem beruhigt sich total. Noch lange bevor dieser ganze Hype um Yin Yoga entstand, habe ich intuitiv schon so prakitziert. Auch wenn ich jetzt nicht unbedingt wusste wo die ganzen Meridiane entlang laufen… das bestätigt wieder, dass es letztlich immer die eigene Körperweisheit ist, die uns gesunden lässt.

      ganz liebe Grüße

  2. Lisa 19. Mai 2016 at 11:57 Antworten

    Liebe Milena
    Sehr interessanter Artikel! Spannnend finde ich, dass ich die vier Asanas „bei denen wir besser aufpassen sollen“ sowieso eher ungern mache, weil ich mich dabei einfach irgendwie nicht so wohl fühle und mein Körper mir das auch ziemlich direkt signalisiert.
    Danke <3
    Lisa

    • Milena Klingel 20. Mai 2016 at 21:29 Antworten

      Liebe Lisa,
      wie gut dass du auf deinen Körper hörst! Ich finde das soooo wichtig. Ich lasse auch einige Asanas komplett weg, weil es sich einfach nicht gut anfühlt. Manche Yogalehrer sagen ja, dass man sie dann gerade erst recht üben sollte. Aber das glaube ich nicht! Ich finde es viel natürlcher der Freude zu folgen und dem was sich gut anfühlt.

      ganz liebe Grüße

  3. jasmin 3. Oktober 2016 at 8:47 Antworten

    Liebe Milena,

    danke für den netten Artikel! Das Thema ist sehr wichtig!

    Meine Yoga-Erfahrung streckt sich über Jahrzehnte, ich habe mit Yoga zu Hause angefangen, damals mit Hilfe von Büchern, CDs, Videos. Und nun praktiziere ich ausschliesslich (mit wenigen Ausnahmen) für mich – zu Hause kann ich nicht sagen, denn auch in der Natur, täglich im Urlaub (in der Früh am Pool, Strand, Wald,…).

    Ich kann hochsensiblen Menschen nur empfehlen sich von Yogis und Yoga-Stunden fernzuhalten!

    Nicht nur die Yoga-Schüler, die beladen mit Sorgen und Themen in die Stunde kommen, die Yogalehrer wären zu beschreiben, wie ich so schön unlängst gehört habe: „jede dem Burnout nahe Karierefrau meint als kuschelige Yogalehrerin nun ihre Probleme zu lösen.“ Ja und das geht noch weiter, denn nun gibt es auch eine Menge Yoga-Lehrer-Ausbildner, die 2 Jahre nach ihrer YogaLehrerPrüfung bereits meinen, nun können sie Yogalehrer ausbilden. Oder vielleicht ist es nur so, dass das Yogalehrer-Dasein nicht das nötige Geld bringt und auch das eigene Studio nicht. Jedenfalls jede Menge Menschen, die ihrern Problemen davonlaufen möchten und dann nicht nur im körperlichen Bereich (und die Anatomie-Kenntnisse bei vielen Yogalehrern sind traurig) sondern im psychischen geistigen Bereich arbeiten. Als HSP nimmt man sehr viel wahr was da an Schmutz in einer Stunde zum Vorschein kommt – und meistens wird nach der Stunde nichtmal gelüftet bzw. die Raum-Energie geklärt.

    So und dann gibt es noch einen Punkt, den Du schon erwähnt hast: Die Übungen sind so intensiv und wahrscheinlich vieles davon auch nicht für Frauen in unserer Gesellschaft gemacht. Und ich meine nichtmal die körperlichen Asanas, sondern die Atemübungen, Mudras, Bandhas, Meditationen. Wenn in einer Klasse Feueratem praktiziert wird, dann leuchtet mein Schädel…selbst, wenn ich nicht mitmache! Dieses Pranayama ist sehr vorsichtig einzusetzen. Ich wundere mich immer, dass Menschen das lange praktizieren und es ein automatisches Tun wird ohne Feingefühl und Wahrnehmungen geworden scheint?

    Beim Yoga-Hype stimmt so viel nicht – ich bin der Meinung die einzig echte Praxis ist bei Dir zuHause (oder wo auch immer), Deine persönliche Praxis! Alles andere ist nur ein weiterer achtloser Konsum unserer Gesellschaft.

    • Milena Klingel 3. Oktober 2016 at 16:54 Antworten

      Liebe Jasmin,

      Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich verstehe sehr gut was du meinst und würde es trotzdem nicht ganz so radikal formulieren. Ich denke es gibt sehr viele gut ausgebildete Yogalehrer, die sich auch auf die Bedürfnisse von hochsensiblen Menschen einstellen können. Aber natürlich muss da jeder ganz für sich selbst entscheiden was sich richtig anfühlt. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spaß bei deiner persönlichen Praxis.
      Liebe Grüße Milena

  4. Danja 3. Dezember 2016 at 10:25 Antworten

    Liebe Milena, der Artikel spricht mir aus dem Herzen. Lange schon fällt mir auf, dass ich im Yoga-Unterricht immer wieder vor Emotionen platzen könnte. Ich ertrage manche Teilnehmer nicht in meiner Nähe… ich erspüre den enormen Stress, den auch andere mit in den Raum bringen.
    Dann versuche ich immer, mich in eine Blase zu stecken und mir zu sagen, das hier ist meine Zeit, meine Matte, meine Stunde.
    Ich brauche den Yoga-Unterricht, weil ich glaube, noch nicht auf einen Lehrer verzichten zu können.
    In letzter Zeit geht meine Lehrerin jedoch konsequent an mir vorbei, ich bekomme keine Adjusts mehr.
    Ich traue mich aber nicht zu fragen, warum.
    Wenn ich aus meiner Blase herausschaue, bemerke ich, dass ich die einzige bin, die keine Korrekturen bekommt.
    Das irritiert mich. Das macht mich im Moment richtig traurig.
    Bei genauerem Überlegen muss ich mir eingestehen, dass mir die korrigierenden Berührungen fehlen. Irgendwie hatte ich da ein gutes und sicheres Gefühl.
    Ob die Lehrerin diese Blase spürt und sie respektiert?
    Kann es sein, dass auch der Fisch eine sehr unangenehme Asana für HSPler ist?
    Ich habe dabei ein unglaubliches Angstgefühl.
    Liebe Grüße!
    Danja

    • Milena Klingel 3. Dezember 2016 at 11:11 Antworten

      Liebe Dania,
      vielen Dank, dass du so offen über deine Erfahrungen schreibst . Kennst du schon http://www.Yogaia.com ? Da kannst du zu Hause üben und bekommst trotzdem Korrekturen von der Lehrerin angesagt, da sie dich über die Kamera an deinem Computer sehen kann. Ich finde das ist eine ganz wunderbare Alternative für hochsensible Menschen, die sich nicht einer so starken Gruppenenergie aussetzen möchten . Probiere es doch mal aus und erzähle mir über deine Erfahrungen. Ich unterrichte dort immer Mittwochs von 8.00 bis 9.00 Uhr und würde mich freuen dich auf der Matte begrüßen zu können.
      Ansonsten empfehle ich dir alle Unklarheiten mit deiner Yogalehrerin zu besprechen. Den Fisch würde ich an deiner Stelle dann einfach nicht so lange halten. Da werden unter Umständen ganz viele Emptionen freigesetzt und wenn es dich überflutet ist es zu viel… achte gut auf deine eignen Grenzen ahimsa! Alles Liebe für dich Deine Milena

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