Tanz erfordert Herz und er lebt aus einer Kultur der Schönheit, Achtsamkeit und der Selbstdisziplin heraus. Es geht um einen sensiblen und zuvorkommenden Umgang. Tanz hat Haltung.Ralf Satori

Bei dieser Beschreibung wird deutlich, dass es beim Tango um ähnliche Dinge geht, wie beim Yoga. Auch beim Yoga ist ein Kernstück der zugrundeliegenden Philosophie das Öffnen des Herzens um die Schönheit der Schöpfung zu erkennen. Eine ganz konkrete Umsetzung dieser Erkenntnis im Alltag bedeutet, mit allen Mit-Geschöpfen achtsam, sensibel und zuvorkommend umzugehen. Um das zu erreichen braucht es tapas, das innere Feuer der Selbstdisziplin. Insgesamt scheinen die Essenzen  beim Tango eine Wiederspiegelung der Yamas und Niyamas zu sein.

Yamas und Niyamas

zur Erinnerung hier nochmal eine Aufzählung der Yamas und Niyamas

Yama =Widerspiegelung unserer wahren Natur

  • Ahimsa – Verehrung, Liebe & Mitgefühl – Gewaltlosigkeit
  • Satya – Wahrhaftigkeit, Integrität
  • Asteya – Großzügigkeit, Aufrichtigkeit
  • Brahmacharya – Balance und Mäßigung
  • Aparigraha – Bewusstsein von Überfluss und Erfüllung

Niyama =Entwicklung hin zur Harmonie

  • Saucha – Einfachheit, Reinheit, Verfeinerung
  • Samtosha – Zufriedenheit, mit sich und anderen im Frieden sein
  • Tapas –  inneres Feuer/Disziplin
  • Svadhyaya – Selbststudium, Studium des Göttlichen durch Schriften, die Natur und Introspektion
  • Ishvara-Pranidhana – Hingabe an das Göttliche

Das innere Feuer

Wer nicht mehr bereit ist im Ringen um etwas zu leiden, leidet am elendesten. Denn sein inneres Feuer ist beinahe erloschen. Dort wo Lebenskultur verkümmert sprießen übersteigerter Materialismus und innere Trägheit.Ralf Satori

Die Bereitschaft anhaltende Disziplin und Bemühung um den Erwerb von Kunstfertigkeiten mit größtmöglicher Hingabe auszuüben, ist bedeutsam um Lebenskultur zu etablieren. Tango stelle also immer die Frage nach der Kultur, in einer umfassenden, das gesamte Dasein berührenden Weise, so Ralf Sartori.

Das dritte der niyamas, nämlich tapas, ist die Selbstdisziplin und wird auch manchmal mit Askese übersetzt. Es bezeichnet also in gleicher Weise, wie oben von Ralf Sartori beschrieben, die Bereitschaft Disziplin aufzubringen, zum Zwecke der Errichtung einer inneren und äußeren Kultur. Die Tanztechnik wie auch die Technik der āsanas kann immer nur Vehikel sein und niemals das Ziel selbst. Es geht um das Bewusstsein, das das Ganze immer auf alle Teile zurückwirkt und umgekehrt. Das heisst also, wenn ich eine bestimmte Körperhaltung, sei es im Tango oder im Yoga, einnehme, kultiviere ich damit auf anderen Ebenen des Seins einen bestimmten Effekt. Und das ist die Magie von der ich auf diesem Blog immer wieder spreche.

Tanz hat Haltung. Yoga ebenso. 

Du kannst lernen mit deinem Körper eine bestimmte Haltungen einzunehmen. Dann wird sich der Rest deines Seins an diese Haltung anpassen, wie Wasser immer die Form des Gefäßes annimmt, in das du es hineingießt. Wenn du aufrecht stehst, gehst und tanzt, dann macht das etwas mit deinem Gefühl. Es ist ziemlich schwer sich klein und hilflos zu fühlen, wenn du aufrecht mit erhobenem Haupt wie ein Königin dahin schreitest.

Wahrnehmungsübung an der roten Ampel

Probiere es gleich heute mal aus. Wann immer sich die Möglichkeit ergibt, scanne deinen ganzen Körper und spüre, wo du dich noch mehr aufrichten und gleichzeitig entspannen kannst. Ich nutze die Wartezeiten an roten Ampeln oder das Warten in einer Schlange beim Supermarkt sehr gerne für solche kleinen Wahrnehmungsübungen. Wenn du das regelmäßig übst, und dich dann an einem miesen Tag dabei ertappst, wie du mit vorgezogenen Schultern und nach unten hängendem Kopf umherläufst, wird es viel leichter sein Einfluss auf deine Stimmung zu nehmen. Du weisst ja dann, dass der Inhalt der Form folgt und musst also nur ganz bewusst wieder Haltung einnehmen.

Let´s create magic

Deine

Milena

 

Bildquelle: Flickr/ Habaneros 

von Milena Klingel
Als Gründerin von Boost your Om ist es Milena ein Herzensanliegen alle ihre Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit als Ergotherapeutin und Yogalehrerin jetzt mit noch mehr Menschen teilen zu können. Kreativ, wild und frei lädt sie immer wieder dazu ein der inneren Stimme zu vertrauen und im Alltag ein Leben voller Selbstliebe und Magie zu verwirklichen.

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