Möchtest du auch zur Ruhe kommen und aus der Kraft deiner Mitte agieren? Hier findest du die drei ultimativen Relax Tipps für einen entspannten Herbst.

Zur Zeit fällt mir besonders auf wie sehr alle um mich herum in einen arbeitswütigen und ständig schneller pulsierenden Selbstoptimierungswahn verfallen. Unter Selbstständigen scheint das besonders stark ausgeprägt zu sein. Schließlich liebt man ja seine Arbeit und will für sein eigenes Projekt alles geben. Ich hingegen bin ja vor allem selbstständig geworden, damit ich mich regelmäßig ausruhen kann. Klingt das provokant?  Soll es gar nicht sein. Natürlich liebe ich meine Arbeit. Aber ich liebe auch meine Freizeit. Ich weiß einfach, dass ich ein sehr ruhebedürftiger Mensch bin und ich nehme mich mit diesem Bedürfnis mehr und mehr ernst.

Höher, schneller und weiter

Natürlich stelle ich mich selbst auch manchmal wegen meines ausgeprägten Ruhebedürfnisses in Frage, vergleiche mich mit anderen und denke, dass ich niemals erfolgreich sein kann, wenn ich nicht endlich mal mehr Einsatz bringe. Auf der anderen Seite spüre ich ganz deutlich, wie wichtig das „Nichts tun“ ist.  Don’t get me wrong! Ich plädiere hier nicht für ein grundsätzliches Faulenzertum. Natürlich reicht es nicht, nur rumzusitzen und die Decke anzustarren, wenn man in seinem Leben etwas verwirklichen will – und dennoch manchmal ist es von großer Bedeutung genau dies zu tun.

Die Balance zwischen Selbstoptimierung, Arbeit und Ruhezeiten

Es gibt so viele Coaches da draußen, die dir erklären, wie du noch effizienter deine Ziele erreichst, dadurch super happy wirst und nur noch mit einem Lächeln durch das Leben läufst. Hat alles seine Berechtigung.

Ich hingegen sehe mich mehr und mehr in der Rolle derjenigen, die sagt: Chill mal dein Leben – Alter! Ein Spruch den meine Yogakids von der Grundschule am Kollwitzplatz mir beigebracht haben, und der mir sehr gut gefällt. Genau das sollten wir alle viel häufiger tun : Chillen !

In meinem Zimmer da gibt es ein Loch, das die Zeit verschlingt. Hier kann man eintauchen in einen Ort außerhalb der Zeit. Die Uhren sind stehen geblieben und es tun sich Dinge auf, die an dir vorüberziehen, wenn du ständig in Bewegung bist.

Das Nichts-tun ist eine Kunst, die mehr und mehr Menschen verlernt haben. Ich finde es so schade zu sehen, wie viele wirklich junge Leute schon an Bournout leiden. Irgendwann gelingt es nicht mehr in die Stille einzutauchen, da man Yoga nur noch im Studio zu dem Beat der neusten Playlists übt und immer einen neuen Podcast zum meditieren braucht.

Entertain me!

Viele Menschen sind so müde vom Arbeiten, dass sie es danach nicht mehr schaffen Nichts zu tun. Die Gedankenbewgungen drehen sich wie ein wildes Kettenkarussell immer schneller, immer schneller und da entsteht förmlich eine Angst vor der Stille.

Wie naheliegend ist es da, sich per Knopfdruck entertainen zu lassen oder in ein Yogastudio zu gehen mit der Erwartungshaltung, der Lehrer möge doch mal die Führung übernehmen.  Das ist ja auch überhaupt nicht verwerflich und dennoch! Zusätzlich zu all dem Entertainment braucht es in meinen Augen auch das Nichts Tun.

Deswegen heute meine 3 ultimativen Relax Tipps für dich, die du ganz alleine bei dir zu Hause praktizieren kannst. Du brauchst dafür weder dein Handy noch sonst irgendeine Anleitung von Außen. Alles entsteht aus dir selbst heraus und aus der Grundhaltung, dass du einfach mal Nichts tun darfst. Der Herbst mit den sich langsam nach Innen kehrenden Kräften unterstützt dich dabei.

1. Auf dem Bett liegen

Lege dich auf dein Bett und tue nichts. Liege einfach nur da lausche deinem Atem und deinem Herzschlag. Wenn du magst kannst du dich räkeln und strecken wie eine Katze, dich über dein Bett rollen und dein Gesicht in die Kissen drücken. Vielleicht lässt du das aber auch bleiben und liegst einfach nur da. Es kann sein, dass du einschläfst. Auch das ist wunderbar! Tauche ganz ein in die Traumwelten. Dein Unterbewusstsein schickt dir vielleicht Bilder und Symbole die einen Reinigungsprozess in Gang setzen.

2. Auf dem Boden liegen

Wenn du nach Hause kommst, ziehe deine Schuhe und deine Jacke aus und lege dich sofort schon im Flur auf den Boden. Im besten Fall ist dort ein warmer Teppich. Spüre ganz bewusst diesen Übergang von Aktivität und Anspannung hin zu Passivität und Entspannug. Der Flur symbolisiert dabei einen Zwischenraum. Du bist nicht mehr ganz draußen aber auch noch nicht ganz drin. Du bist nicht mehr aktiv aber auch noch nicht entspannt.

Klingt das crazy? Ohhh man glaube mir –  wir allen müssen wieder den Zugang zu unserer ganz persönlichen Verrücktheit freischaufeln, wenn wir ganz und gesund sein wollen. So Vieles was in dieser Gesellschaft als „normal“ gilt, ist in Wirklichkeit schräg und krankmachend. Trau dich auf deine Intuition zu hören. Sie verrät dir ganz genau was für dich das Richtige ist.

Wenn du dann eine Weile in diesem Zwischenraum gelegen hast, und spürst wie dein Atem langsamer wird und dein Nervensystem runterfährt, dann stehe ganz bewusst auf und tritt in die anderen Räume deiner Wohnung. Jetzt kannst du tun, was du für gewöhnlich machst, wenn du nach Hause kommst. Dir einen Tee kochen, die Küche aufräumen oder was auch immer. Aber du wirst merken alles ist langsamer und bewusster, als wenn du direkt mit diesem Rush weitergetaumelt wärest.

3 . Im Zimmer sitzen

Wann hast du das letzte mal einfach nur bequem in deinem Zimmer gesessen und nichts getan?  Du musst nicht mal deine Matte ausrollen und ein Meditationskissen benutzen. Es reicht, wenn du dich einfach in einen Sessel oder auf deine Coach setzt. Du musst nicht gerade sitzen und deine Beine verknoten. Es reicht, wenn es bequem ist.

Und dann sitzt du einfach nur da. Du machst dir bewusst, dass du jetzt nichts tun musst. Am Besten ist es natürlich, wenn du das mal an einem Wochenende übst, an dem du tatsächlich keine Termine mehr im Anschluss hast. Es hat eine völlig andere Energie, wenn dein Zeitfenster unbegrenzt ist. Unter der Woche ist es total legitim eine 10 Min. Morgenroutine zu etablieren die per Sekunde genau von einem online Anbieter getaktet ist, aber jetzt am Wochenende, lass die Stoppuhr mal in der Schublade… tauche ein in die Zeitlosigkeit und genieße.

Und man muss ja auch noch Zeit haben,  einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauenAstrid Lindgren

 

♥Ich hoffe ich konnte dich mit diesen 3 Tipps dazu motivieren, der Welt mal den Rücken zuzukehren. Lass alle anderen wild wirbeln, aber gönne dir diese kostbare und ich will fast sagen heilige Zeit des Nichts tuns. Magie kann nur entstehen, wenn wir Räume dafür schaffen.

Let´s create magic

Deine

Milena

von Milena Klingel
Als Gründerin von Boost your Om ist es Milena ein Herzensanliegen alle ihre Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit als Ergotherapeutin und Yogalehrerin jetzt mit noch mehr Menschen teilen zu können. Kreativ, wild und frei lädt sie immer wieder dazu ein der inneren Stimme zu vertrauen und im Alltag ein Leben voller Selbstliebe und Magie zu verwirklichen.

    9 Kommentare

  1. Mitradeva 31. Oktober 2016 at 12:21 Antworten

    Hallo Milena!

    Danke für Deinen schönen Post. Zu diesem wichtigen und sehr aktuellen Thema! Ich habe einige Freunde, die unter Burnout leiden und schon verzweifelt sind. Und klar, die Selbstoptimierung, das Höher-Schneller-Weiter, das alles kennen wir als ganz charakteristische Merkmale unserer Kultur. Yoga und die asiatischen Weisheitslehren sind nicht rein zufällig heute so beliebt im Westen.

    Wir lernen, zur Ruhe zu kommen, bei uns selbst anzukommen, uns mit dem höheren Selbst zu verbinden, uns in Einklang zu bringen. Heute gab es einen Post von TriYoga auf Facebook, in dem es um die „kosmische Tankstele“ geht. Ich liebe dieses Bild. TriYoga zu üben, ist wie zur kosmischen Tankstelle zu kommen. Während wir unseren physischen Körper durch Pflanzen ernähren, die durch die praktisch unendliche Energie der Sonne ihre Lebenskraft erhalten und wir mit unseren Fahrzeugen an der Tankstelle Benzin aus uralten Pflanzen kaufen, ist der Treibstoff unseres feinstofflichen Körpers Prana, die unendliche Lebensenergie,

    Wenn wir im Einklang mit den universellen Gesetzen leben, die wir am Anfang unseres Yogaweges kennenlernen, wenn wir beginnen, uns die Frage zu stellen, wer wir sind, wenn wir ganz einfach in unserem Alltag immer darauf achten, niemandem zu schaden, dann sind wir an der kosmischen Tankstelle angekommen. Alles was wir auf unserem Yogaweg lernen, lässt uns in diesen Einklang kommen. Dazu gehört im Yoga das regelmäßige Üben, Abhyasa, eine disziplinierte Praxis, die uns wie an einem roten Faden durch die innere Reise zu uns selbst geleitet.

    Wir beginnen meist auf der Yogamatte. Aber natürlich hört es da nicht auf. Yoga ist eine Lebensweise. Wir lernen bald, das Gelernte auch im Alltag anzuwenden. Das beschreibst Du sehr schön in Deinem ersten Tipp, wenn Du Dich ausruhst, auf dem Bett liegst und einfach nur Deinen Atem beobachtest. Auch Deinen zweiten Tipp finde ich sehr schön, wenn Du von dem Übergang zwischen draußen und drinnen redest, davon, sich nach einem angespannten Tag zu Hause erst einmal auf den Boden im Flur zu legen. Diese Vorstellung hat mir sehr gefallen! Diesen Zwischenbereich ganz bewusst betreten und bei sich selbst ankommen.

    Das erinnert mich daran, was Yogini Kaliji uns immer vom Einschlafen erzählt. Sie sagt, vor dem Einschlafen kommen wir uns einen Raum, auf eine feinere Bewusstseinsebene, an eine Schwelle zur inneren Reise. Und wenn wir diesen Moment festhalten und so lange wie möglich ganz bewusst da bleiben, dann erfahren wir klare Träume, in denen unser Körper ganz tief entspannt und unser Bewusstsein hellwach ist. Jede Nacht wird so zu einem wundervollen Abenteuer, auf dass ich mich freuen kann. Und zugleich verbinden wir uns im Tiefschlaf – wie in der tiefen Entspannung, dem Yoga-Schlaf – mit einem unendlichen Energiereservoir, der kosmischen Tankstelle. Deshalb ist es so wichtig, gut zu schlafen. Und genug zu schlafen!

    Was Deinen letzten Tipp angeht, so bin ich mir nicht ganz sicher. Wir lernen im Yoga auch, dass wir uns nur spirituell entwicklen können, wenn wir in einem balancierten Bewusstseinszustand sind, die Yogis sind sattvisch. Dies ist eine Balance zwischen einer aktiven und passiven Qualität des Geistes. Wenn ich einfach nur nichts tue, dann könnte es auch sein, dass ich aus dieser Balance komme und zu passiv werde. Und das wäre dann – wenn ich den yogischen Weisheiten für einen Moment folgen darf – ein Hndernis auf meinem Weg. Deshalb würde ich fragen, wie ich denn sicher sein kann, dass ich beim Nichtstun nicht aus diese Balance komme? Bislang habe ich dazu das Beobachten des Atems, die Konzentration auf einen Klang oder ein Licht. Ich glaube eigentlich nicht, dass es ohne irgendeine Form von Konzentration geht.

    Ganz herzliche Grüße!
    mitra

    • Milena Klingel 31. Oktober 2016 at 23:00 Antworten

      Lieber Mitra,
      vielen Dank für dein profundes Wissen! Bin immer sehr froh, wenn ich von dir lernen darf🙏🏼 Denn zur Zeit bin ich ja nicht nur Yogi sondern auch Faultier und Satva leuchtet irgendwo am fernen Horizont✨😊

      • Mitradeva 31. Oktober 2016 at 23:33 Antworten

        Ich find’s schön, dass Du uns auf diese Weise Teil haben lässt. Wir sind alle nicht vollkommen, aber darum geht es ja auch nicht. Eher um die Richtung, in die wir gehen. Und da kann Wissen ein Kompass sein. Alles Leiden kommt ja vom Unwissen zu unterscheiden, was vergänglich und unvergänglich ist. Wissen, Licht und Liebe. Alles eins. ❤️

  2. Betty 31. Oktober 2016 at 21:54 Antworten

    Haha, toll! Und so viel Milena in dem Artikel 🙂 Wann gehts nach Peru?

    • Milena Klingel 31. Oktober 2016 at 22:56 Antworten

      Danke Liebe 😊🙏🏼 Mmmmm weiss noch gar nicht genau ob ich wirklich fahre… gerade schwankt es jeden Tag hin und her. Glaube so was muss man echt sehr spontan entscheiden. Ich halte dich auf dem Laufenden😊😘

  3. Nina 12. November 2016 at 8:52 Antworten

    Liebe Milena,
    dieser Beitrag kommt genau passend! Ich bin nämlich genau eine von denen, die nicht still sitzen kann, einfach mal nichts tun ist für mich schier unmöglich. Deinen Vorschlag „auf den Boden legen“ werde ich als erstes ausprobieren, da ich sowieso sehr gerne nah an der Erde bin 🙂
    Alles Liebe für dich & ein schönes Wochenende!
    Nina

    • Milena Klingel 12. November 2016 at 9:18 Antworten

      Liebe Nina,

      jaaaa mach das! Es tut so gut und nach und nach gewöhnst du dich ans Nichts tun und wirst es lieben 😊✨ dir auch ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße
      Milena

  4. Koro 20. November 2016 at 11:05 Antworten

    Liebe Milena,
    Wie schön ist dich zu lesen…und wie große Wahrheiten du schreibst. Ja, das Nichts Tun ist nicht nur ratsam, es tut sehr, sehr gut. Ich praktiziere es seit langem, nur während der Woche, und durch den stressigen Alltag, ist der Übergang in den Schlaf „sehr kurz“, :). Und am Wochenende kann ich dazu ‚die Entdeckung der Langsamkeit‘ empfehlen,einfach herrlich.
    In dieser Gesellschaft, wo alles schnell, schnell und immer mehr gemacht wird, wie du sagst,(gezwungenermaßen oder selbst gewollt) haben wir wirklich verlernt, wie schön und wie wichtig es ist unsere Freizeit, auch, mit Nichts Tun zu erfüllen.
    Danke für deinen schönen und sehr interessanten Blog.

    • Milena Klingel 20. November 2016 at 11:25 Antworten

      Liebe Koro,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar🙏🏼💕es freut mich sehr, dass du auch ein Fan von Nichts tun und Langsamkeit bist.
      Ganz liebe Grüße
      Milena

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