Mutter, Gelassenheit

Gelassenheit ist ein angenehmer Zustand, aus dem heraus wir uns selbst, andere und unser Leben akzeptieren können wie es momentan ist.

Doch wie oft bist du wirklich in diesem Zustand von Einssein und Ruhe?

Und wie genau erreichst du das als Mutter im Chaos des ganz alltäglichen Lebens?

Ich mag dir eine kleine Geschichte erzählen von meinem Weg zur Gelassenheit

Es ist 6 Uhr morgens und ich stehe in gewohnter Manier vor meinem Badezimmerspiegel. Mein Sohn, der bereits auf dem Höhenpunkt seiner Leistungsfähigkeit angekommen ist, bringt mein Zimmer in einen Ausnahmezustand der Unordnung. Aber was gebe ich nicht alles für ein paar Momente der Ruhe. Während ich die Schatten der letzten Nacht unter meinen Augen zu verstecken versuche, höre ich einen lauten Knall. Der Kopf meines geliebten Buddhas, eine Erinnerung aus dem Kloster in Plumvillage, rollt mir direkt vor die Füße. Nachdem bereits meine Salzkristalllampe zu Bruch gegangen ist und die Post der letzten drei Tage zerfetzt auf dem Boden liegt, ist es JETZT mit meiner Geduld vorbei. Ich knalle die Türe zu und schreie in mein Handtuch hinein, in der Hoffnung, dass mich meine Mitbewohner nicht hören. Wie gerne wäre ich relaxed geblieben und hätte mich um meinen weinenden Sohn gekümmert. Aber es ging nicht.

Kennst du solche Situtationen aus deinem Alltag?

Welche Ansprüche an dich selbst als Mutter und an dein Kind erschweren dir gelassen zu sein?

 

Überhöhte Ansprüche an dich selbst als Mutter

Vielleicht kennst du dieses Vorhaben? Ich bin die entspannteste Mutter aller Zeiten! Wenn mein Kind weint, tröste ich es mit all meiner Liebe. Ich hänge nicht an materiellen Dingen und lasse alles los. Nehme meine eigenen Bedürfnisse zurück und bin stets in einem meditativen Zustand der Ausgeglichenheit. Eine fromme Vorstellung!

Unrealistische Ansprüche an dein Kind

Mach dir bewusst dein Kind ist ein unkonditioniertes Wesen. Deine Wertvortellungen haben wenig mit der Welt der Kinder zu tun.

Hierzu ein kleines Beispiel: Ich besuche mit meinem Sohn regelmäßig eine Montessoriegruppe. Während die Kinder Raum zum freien Spiel haben, üben sich die Eltern in Zurückhaltung. Einmal beobachtete ich, wie mein Sohn einem anderen Kind das Spielzeug wegnahm. Anstatt in die Situation einzugreifen, sollte ich meine Haltung „mein Kind nimmt den anderen Kindern das Spielzeug weg “ in den Gedanken wandeln „mein Kind interessiert sich für das Spielzeug der anderen“. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis. Ich bemerkte, wie ich mit meinen Wertvorstellungen und Interpretationen meinem Kind die Freiheit nehme, Situationen selbstständig zu erfahren und zu lösen. 5 Minuten später gab er das Spielzeug von sich aus zurück.

Nimm dir Zeit deine eigenen Konditionierungen anzuschauen und prüfe, welche du deinem Kind mit auf den Lebensweg geben magst.

Wie du dich von diesen Ansprüchen befreien kannst um mehr Gelassenheit zu spüren

Es ist vollkommen normal, das du auch mal wütend, genervt und angestrengt bist. Annehmen und Loslassen ist hierbei die Lösung! Loslassen bedeutet, den momentanen Zustand mit deinem Bewusstsein zu berühren.

Eine kleine Übung für dich

♥ sagen wir du hast den Anspruch, ich will nicht wütend sein. Lege ihn dir imaginär in deine Hand und mache eine Faust. Du lässt los in dem du die Hand öffnest und den Anspruch DA sein lässt.

Wenn du in Anspannung gerätst, tritt innerlich einen Schritt zurück in dem du dir 2 Fragen stellst

♥ Wie würde sich jemand verhalten, der sich selbst liebt?

♥ Was kann ich gerade für mich tun, um an meine innere Ruhe wieder anzudocken?

Und wenn du dir nur eine Frage davon stellst, hast du schon einen Moment gewonnen, in dem du nicht impulsiv reagierst. Dadurch schenkst du dir Zeit, gewinnst Abstand und das ermöglicht dir mehr Handlungsfreiheit.

Gelassenheit ist ein Weg, kein Zustand!

Der Weg zur wirklichen inneren Ruhe braucht Zeit und darf eine tägliche Entdeckungsreise sein. Gelassenheit ist keine Challenge, vielmehr ein Prozess der Liebe zu dir Selbst, denn je mehr du dich selbst magst, umso leichter wird es dir fallen dein Kind anzunehmen und mit heiklen Situationen intuitiver umzugehen.

Mein Buddha liegt immer noch geköpft auf dem Altar und erinnert mich täglich daran das Leben mit offenen Armen zu empfangen.

 

von Jenny Moczigemba
Für Jenny ist Boost your Om ein Sprachrohr, um all die ehrlichen Geschichten zu erzählen, die ihr im alltäglichen Leben als Mutter passieren. Sie will dich mit ihren Erfahrungen als Heilpraktikerin, Ostheopathin und Ergotherapeutin inspirieren, und dir zeigen wie du dir kleine Wohlfühloasen kreierst.

    1 Kommentar

Hinterlasse ein Kommentar