Interview Suze Retera

Suze ist passionierte Yogalehrerin und Gründerin von Global Flow Retreats, eine Firma die Yoga und Surfretreats mit internationalen Yogalehrern auf der ganzen Welt anbietet. Suze liebt das Reisen und wenn sie nicht gerade um die Welt tourt lebt sie in Amsterdam. Ich habe ihr ein paar Fragen gestellt

Welchen Yoga Stil unterrichtest du ?

Vinyasa Yoga mit einem großen Fokus auf die Ausrichtung. Ausrichtung ist sehr wichtig und kann für jeden anders aussehen. Aber es ist essentiell um Fortschritte zu erzielen und sicher zu praktizieren.

Worauf sollten hochsensible Menschen beim Yoga achten?

Es ist schwer für eine ganze Personengruppe eine allgemeine Aussage zu treffen. Es wäre interessant auf ihre Konstitution zu schauen anhand ayurvedischer Gesichtspunkte und darauf wie sie sich an diesem Tag fühlen.

Aber generell empfehle ich für hochsensible Menschen eher ruhige und erdende Yogastile, die das Nervensystem beruhigen. Es passiert einfach so schnell, dass ihr Nervensystem überstimuliert wird. Alles kommt so viel lauter in das System als bei anderen Menschen. Eine sehr aktive und anspruchsvolle Praxis, könnte sehr überwältigend sein für Hochsensible. Wichtig ist es die Energie mehr nach Innen und nach Unten zu bringen. Die Aufmerksamkeit sollte wirklich nach Innen gerichtet werden um das Nervensystem zu beruhigen.

Welche wohltuenden Rituale helfen dir am meisten in deine Kraft zu kommen?

Generell versuche ich in meinem alltäglichen Leben eine Balance zu finden zwischen Yoga, Meditation, Visualisationsübungen und Schreiben. Ich mache alles davon aber ich mache nicht alles jeden Tag. Ich versuche die Mitte zu finden zwischen der Hingabe etwas regelmäßig zu machen aber auch nicht obsessiv jeden Tag praktizieren zu müssen. Sonst verspannt man sich und die positive Wirkung der Praxis stellt sich nicht ein.

Wie sieht dein perfekter Tag aus?

Ich beschreibe dir meinen idealen Tag, was nicht heisst, dass alle Tage so aussehen. So wie heute z.B. da habe ich um 7.00 Uhr schon die erste Yogaklasse unterrichtet und dann habe ich keine eigene Yogapraxis davor.

Optimaler Weise stehe ich um 7.00 Uhr auf, trinke heißes Zitronen Wasser. Danach folgt die Mundreinigung durch ayurvedisches Ölziehen. Im Anschluss Yoga, Meditation oder Theorie. Idealerweise habe ich die Zeit zu erspüren was für mich heute das Richtige ist.

Dann Duschen, Frühstücken und mit meinem Hund rausgehen. Zur Arbeit gehen – das ist definitiv Teil meines idealen Tages. Ich habe immer verschiedene Projekte. Immer eine nette Abwechslung, manchmal Skypemeetings, danach mit einer Freundin auf einen Café treffen oder zusammen zu Mittag essen. Am Abend unterrichte ich Yoga, arbeite zu Hause oder ich treffe mich mit Freunden.

Welche Beauty Routine lässt dich so strahlen?

Ich mag es natürliche Körperöle zu verwenden. Ich habe meine eigene Holisticbodyoil Linie Namens Oil & Ohm  entwickelt. Sie bestehen aus Argan Öl gemischt mit Ayurvedischen Konstitutionsölen.

Nach oder vor dem Duschen gebe ich mir mit diesen Ölen selbst eine schöne Massage. Wichtig ist auch bevor du ins Bett gehst immer das Gesicht zu reinigen. Ich bevorzuge Produkte ohne Parabene und künstliche Zusatzstoffe. Es entstehen immer mehr schöne Kosmetiklabels, die natürliche Produkte anbieten ohne Tierversuche und trotzdem erschwinglich sind.

Suze Retera
Welche 3 Top Zutaten dürfen in deiner Küche nicht fehlen?

Ich kann mich wirklich kaum entscheiden für nur drei Dinge, es gibt so viele leckere Nahrungsmittel.  Aber auf jeden Fall will ich

  • Kürbis
  • Humus, das ist immer leicht zu machen
  • Gesunde Müsliriegel

in meiner Küche haben. Und außerdem Avokado und Kokosnussöl und….(lacht)

Was ist dein ultimativer Tipp für Frauen, die sich selbstständig machen wollen?

Netzwerken ist super wichtig. Finde deine Nische und deinen eigenen Style. Ich persönlich mag es sehr mit Freunden zusammen zu arbeiten oder zumindest mit Menschen, die ich sehr mag, denen ich vertraue. Dadurch habe ich mehr Spaß an der Arbeit und es fällt mir leichter ich selbst zu sein. Gerade im Yoga Business ist das super wichtig. Wenn ich Retreats organisiere, dann bin ich dort als ich selbst. Ich bin verwundbar, offen und ehrlich. Das ist in meinen Augen das Wichtigste.

Außerdem ist es gut den eigenen Instinkten zu vertrauen. Wenn dein Gefühl dir sagt, da stimmt was nicht mit dieser Person, dann vertraue auf dein Gefühl! Es ist gut flexibel zu sein. Manchmal heisst das einen Job anzunehmen, der vielleicht nicht gut bezahlt ist. Es geht um die Kontakte, die entstehen und um die Erfahrung. Schaue auf deinen Job als Selbstständige in verschiedenen Ebenen: Bezahlung? Erfahrung, was kann ich sonst noch vom dem Job lernen? Macht es mir Spaß ?

Wie hat sich dein eigenes Yoga Business entwickelt?

Ich startete 2010 mit Global Flow. Ich organisierte internationale Yogalehrer z.B Barbara Noh, Meggan Currie etc. und half als Freelancerin beim Management eines Yogastudios in Amsterdam.Es ging vor allem darum ein Netzwerk aufzubauen.

Dann lebte ich in Marokko für einige Jahre, hatte kein gutes Internet und war weiter weg von der Yogacommunity. Aber dafür fand ich dort heraus was wirklich mein eigenes Ding ist und entwickelte eine klare Vision was ich anbieten mag und worin ich gut bin.

Wenn man als Yogalehrerin ein eigenes Retreat machen will. Worauf sollte man achten?

Global Flow RetreatsAm besten startest du erst mal mit einem Wochenend Retreat um dich daran zu gewöhnen. Mach dir bewusst es ist eine riesen Verantwortung mit fremden Menschen in ein fremdes Land zu reisen. Durch die Yogapraxis und die veränderte Umgebung können emotionale und mentale Dinge bei den Teilnehmern aufbrechen. Mach dir klar ob du die ganze Organisation alleine übernehmen möchtest und ob dein Netzwerk groß genug ist, dass du eine Gruppe zusammen bekommst. Sonst bleibst du am Ende auf den Kosten sitzen.

Von welchem Yogalehrer, mit dem du schonmal zusammen gearbeitet hast, konntest du am meißten lernen?

Barbara Noh ist eine enge Freundin ich arbeite gerne mit ihr zusammen, weil sie als Yogalehrerin exzellent ist. Sie ist super organisiert und das ist nicht selbstverständlich bei Yogalehrern (lacht)

Als Entrepreneur ist sie ebenfalls sehr gut. Sie nimmt ihren Job sehr ernst und ist super committet. Ich lerne viel von ihr. Wie sie unterrichtet und wie sie ihr Business führt.

Träume verwirklichen – wie geht das?

Es ist ein bisschen trikky mit diesen Träumen. Manchmal können sie uns von der Realität fernhalten. Wenn sie von unserem Verstand produziert sind, kann es sein, dass sie uns von unserem eigentlichen Dharma – also das wofür wir auf der Welt sind – wegbringen. Der Verstand hat nicht so viele originelle Gedanken. Oft sind die Gedanken nur ein Reproduktion von dem was wir jeden Tag erleben durch die Medien und alles um uns herum in unserer Gesellschaft. Wenn also der Verstand einen Traum hat ist das manchmal nicht so inspirierend.

Wenn du eine regelmäßige Meditationspraxis etablierst, dann kannst du besser fühlen und Führung zu lassen. Wenn es einen Zensor gibt, der sagt :dass ist nicht möglich, das ist nicht ok! Mach dir bewusst, das ist ein kultureller Abdruck, der über unsere Träume gestülpt wird.

Es ist ein Gefühl! wenn du dich mit deinem wahren Traum verbindest, fühlst du es in deinem Körper, in deinem Herzen. Es ist ein kribbeliges Gefühl.

Dharma ist nicht immer einfach. Eine steinige Strasse liegt bevor dir. Mach dir klar nur weil es dein Traum ist, ist es nicht leicht und perfekt. Tue die Dinge die getan werden müssen unabhängig von dem was dabei rauskommt. Und ab einem bestimmten Punkt wirst du die Früchte ernten. Für mich ist der Schlüssel sich wirklich mit dem zu verbinden was du authentisch fühlst. Dann gehst du die Schritte.Auch wenn du Angst hast, auch wenn es sich nicht direkt auszahlt. Sei kreativ, und flexibel werde nicht rigide. Frage dich immer mal wieder ist es das? Soll es dieser Traum für mich noch sein ? Und dann folge deinem Herzen.

Die Top 3 Orte in Amsterdam, die man auf keinen Fall verpassen darf ?
  • Der Vondelpark
  • Eine Tour mit dem Boot über die Kanäle
  • Es gibt viele beeindruckende Museen z.B. Anne Frank Museum
Gibt es ein Buch, das dein Leben verändert hat?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Es gibt so viele gute Bücher. Was mich in letzter Zeit fasziniert hat, ist die Arbeit von Brene Brown. Ihr Buch über die Macht der Verletzlichkeit gefällt mir sehr.

Wofür bist du dankbar ?

Ich bin dankbar für die Freiheit in meinem Geist und meinen Gefühlen. Ich habe realisiert, dass ich immer eine Wahl habe. Je schwerer die Dinge in meinem Leben waren je mehr konnte ich wachsen. Dadurch das es schwer war, musste ich tiefer gehen und kam überhaupt in die Position dankbar zu sein für die kleinen Dinge in meinem Leben. Meine Freunde, Familie und meinen Hund. Meine eigene schöne Wohnung in Amsterdam.

 

♥ Vielen Dank liebe Suze für das tolle Interview und deine wertvollen und inspirierenden Einsichten und Tipps


Die nächsten Events mit Global Flow Retreats :

von Milena Klingel
Als Gründerin von Boost your Om ist es Milena ein Herzensanliegen alle ihre Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit als Ergotherapeutin und Yogalehrerin jetzt mit noch mehr Menschen teilen zu können. Kreativ, wild und frei lädt sie immer wieder dazu ein der inneren Stimme zu vertrauen und im Alltag ein Leben voller Selbstliebe und Magie zu verwirklichen.

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