Yoga Hype

Der BDY ist der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland. und feiert nächstes Jahr 50 jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass wird eine Veranstaltungsreihe in Berlin angeboten, die Rund um das Thema Yoga informieren will. Die Auftaktverantstaltung befasste sich mit dem Thema: Yoga – Hype und seine Folgen. Eine sehr spannendes Thema wie ich finde. Ich war vor Ort und habe das Wichtigste für dich in diesem Artikel zusammengetragen.

Was der Hype aus Yoga macht

Drei Millionen Deutsche praktizieren mittlerweile Yoga. Hinter den ständig neuen Trends und der immer größer werdenden Produktpalette steht ein riesiger Absatzmarkt, und es stellt sich unweigerlich die Frage, ob Yoga instrumentalisiert wird.

Zu den geladenen Gästen gehören Angelika Beßler, die Vorstandsvorsitzende des BDY, Patricia Thielemann, die in Berlin allseits bekannte Gründerin der „Spirit Yoga“-Studios, der Erfinder des YogaCycling, eine Trend-und Zukunftsforscherin und eine Journalistin, die beide ebenfalls Yoga praktizieren.

Was ist authentischer Yoga ?

Ziemlich schnell kommt die Frage auf, was denn eigentlich authentischer Yoga ist.
Angelika Beßler ist der Meinung, der neue Trend, Yoga mit anderen Dingen zu vermischen sei in den meisten Fällen ein Indiz dafür, dass es sich nicht mehr um authentischen Yoga handele. Es sei oftmals vielmehr eine Marketing Strategie, die vom eigentlichen Kern des Yoga wegführe. Ungefähr 20% der Yogaangebote seien dieser Trendblase zuzuordnen. Und natürlich wird an dieser Stelle auch das Bier-Yoga als einer der etwas fragwürdigen Yoga Hypes erwähnt.

Lesetipp: Bieryoga – mal was anderes

Der Yoga Hype und dessen Nutzen für die Verbreitung des Yoga allgemein

Insofern ich selbst die ganze Zeit bemüht bin, eine sinnvolle Fusion von Yoga mit anderen Künsten voranzutreiben, freute ich mich natürlich sehr über den Erfinder des „YogaCycling“ als Yogatrend-Vertreter auf der Bühne.

Coole Idee! Why not ? Yoga auf dem Fahrrad. Spricht nochmal eine ganz andere Zielgruppe an und ist obendrein auch noch praktisch, so kann man Yoga wirklich von der Matte ins Leben bringen und Achtsamkeit im Alltag üben, während man von A nach B fährt.

Der Einwand von Angelika Beßler, dies könne gefährliche Situationen im Verkehr provozieren, klingt da in meinen Ohren eher so ein bisschen nach spielverderber Mentalität. Und ganz ehrlich, ist das wirklich so wichtig, ob es nun „Yoga auf dem Fahrrad“ oder “ Gymnastik auf dem Fahrrad“ heisst ? Mmmmm, ich finde ja Hauptsache es funktioniert! Wenn die Menschen Freude daran haben, eventuell ein bisschen mehr auf den Rhythmus ihres Atems lauschen und dadurch wieder mehr Verbindung zu sich selbst aufnehmen, ist es mir persönlich ziemlich egal wie man das nennt.

Auch Patricia Thielemann betonte, dass es sehr wichtig sei, im Hinblick auf die neu aufkommenden Yoga Trends nicht repressiv zu reagieren und zwanghaft an der Tradition festzuhalten, sondern die internationalen Strömungen zu integrieren, um gemeinsam dem europäischen Yoga eine Identität zu geben.

Marketingstrategie für Yogablogger und frisch gebackene Yogalehrer

Nicht zu letzt ist in meinen Augen die Entstehung von teils mehr, teils weniger sinnvollen Yogatrends auch darauf zurückzuführen, dass Yogalehrer gerade wie am Fließband ausgebildet werden. Jede Burnout gefährdete Karrierefrau sieht ihre Zukunft in kuscheligen Yogastudios, und dabei stellt sich die Frage, ob der Yogalehrermarkt nicht bereits übersättigt ist?
Natürlich muss man da ein wenig erfinderisch sein, denn einfach nur “ Yoga“ gibt es eben schon überall.

Diejenigen, die ihren Platz bereits gesichert haben in der Yogawelt, haben leicht „Naserümpfen“ über junge Yogalehrer, die mit Hilfe von Blogs, Instagram Profilen und innovativen Ideen versuchen, sich eine Existenz in dieser Branche aufzubauen.

Bei der Podiumsdiskussion gab es ein positives Feedback auf meine Frage, ob eine Balance zwischen Marketing mit Social Media und der Vermittlung von authentischem Yoga denkbar sei.

Die Journalistin antwortete, dass Marketing grundsätzlich nichts Negatives und auch der Einsatz von Social Media in dieser Hinsicht gerechtfertigt sei. Jedoch wäre es ebenso wichtig, nicht ein stereotypes Bild von der schlanken, überbeweglichen Yoga- Barby zu transportieren und damit zu einer Körperkultur beizutragen, die nicht mit den Grundwerten des Yoga zu vereinbaren sei.

Fazit

Hype hin oder her: Yoga ist ein sehr wertvolles Werkzeug, und insbesondere wenn er frei ist von jeglicher Ideologie kann sich sein ganzes Potential entfalten.

Patricia Thielmann bringt das wunderschön auf den Punkt:

Die Essenz dessen worum es letzendlich hinter den verschiedenen Methoden geht, wird nicht so unterschiedlich sein. Und wenn wir dem gemeinsam auf die Spur gehen, ist das sehr wertvoll. Patricia Thielemann

Ich habe für dich die interessantesten Momente auf Video aufgezeichnet. Viel Spaß beim Anschauen.

 

von Milena Klingel
Als Gründerin von Boost your Om ist es Milena ein Herzensanliegen alle ihre Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit als Ergotherapeutin und Yogalehrerin jetzt mit noch mehr Menschen teilen zu können. Kreativ, wild und frei lädt sie immer wieder dazu ein der inneren Stimme zu vertrauen und im Alltag ein Leben voller Selbstliebe und Magie zu verwirklichen.

    2 Kommentare

  1. Birte Urbanek 29. September 2016 at 15:42 Antworten

    Hallo,
    Ich möchte gern etwas richtig stellen.
    BDY e.V. steht für Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland.
    Er feiert nicht in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag, sondern im nächsten Jahr.
    Zu diesem Anlass findet dann ein Kongress in Berlin statt.
    Die Veranstaltungsreihe “Yoga – von der Matte ins Leben“ mündet mit ihrer letzten Veranstaltung in den Kongress.

    • Milena Klingel 29. September 2016 at 19:49 Antworten

      Liebe Birte,
      Vielen Dank für deine Korrektur 😊🙏🏼 Liebe Grüße Milena

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